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XXL-Bundestag verhindern – Erststimme FDP!

Gerade in Augsburg gibt diese Überlegung auch für Grüne, SPD und Anhänger anderer Parteien Sinn. Ohne die eigenen Kandidaten zu gefährden kann mit der Erststimme für die FDP der Bundestag um ca. 18 Abgeordnete verkleinert und der Steuerzahler um 40 Mio € entlastet werden.

Wie das geht? Ganz einfach:

Jedes Direktmandat der CSU vergrößert den Bundestag um ca. 18 weitere Abgeordnete. Grund dafür sind die Ausgleichsmandate. Das kostet den Steuerzahler ca. 40 Mio € pro Direktmandat der CSU. Im Detail berechnet hat das der Politologe Joachim Behnke in diesem Artikel (SPON “Strategisches Wählen – Wie der XXL-Bundestag noch verhindert werden kann“)

Augsburger Wähler können über ca. 18 Bundestagssitze entscheiden!

Um das Anwachsen des Bundestages durch CSU-Ausgleichsmandate um weitere 18 Abgeordnete zu verhindern, gibt es für Augsburger Wähler einen einfachen Weg:

Erststimme FDP!

Das gilt insbesondere auch für die Anhänger von Grünen und SPD.

Die Direktkandidaten von Grünen und SPD kommen im Wahlkreis 252 (Augsburg Stadt und Königsbrunn) auch ohne Erststimme über ihren Listenplatz sicher in den Bundestag.

Als Direktkandidaten treten Claudia Roth für die Grünen und Ulrike Bahr für die SPD an. Claudia Roth kommt auf Platz 1 der Landesliste der Bayerischen Grünen auf jeden Fall in den Bundestag. Ulrike Bahr wäre mit Platz 16 auf der Landesliste der SPD wohl ebenfalls sicher im Bundestag, den nach aktuellen Hochrechnungen kommen von der SPD 26 Abgeordnete aus Bayern über die Landesliste in den Bundestag (Stand 14.09.2021 laut Mandatsrechner).

Grüne und SPD brauchen in Augsburg die Erststimmen deshalb nicht, um ihre Direktkandidaten in den Bundestag zu bringen. Bei der FDP ist das anders, denn ich kann nur über das Direktmandat den Bundestag erreichen.

Die Taktik gib Sinn für alle Wähler – ausgenommen CSU

Für die Anhänger aller anderen Parteien – ausgenommen der CSU – gibt die Taktik durchaus Sinn. Denn die eigenen Kandidaten haben letztlich ohnehin keine Chance, das Direktmandat zu holen.

Durch taktische Unterstützung des FDP-Kandidaten könnten deren Wähler aber ein weiteres Anwachsen des Bundestages verhindern, ohne ihre eigene Partei zu schwächen.

Für die Stärke der Partei und die Anzahl der Bundestagsmandate, die jede Partei erhält, zählt ja letztlich die Zweitstimme.

Keine Auswirkung auf die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag

Verliert die CSU in Bayern ein Direktmandat, hat das keine Auswirkung auf die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag. Diese werden ausschließlich durch die Zweitstimmen bestimmt.

Entscheidende Vorteile

In Augsburg und Königsbrunn mit der Erststimme FDP zu wählen bringt deshalb auch dann entscheidende Vorteile, wenn man kein glühender Anhänger der FDP ist:

  • So würde der Bundestag um ca. 18 Mitglieder kleiner
  • Der Steuerzahler würde um ca. 40 Mio. € entlastet
  • Die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag bleiben unverändert.

Weitere Infos:

Kommentar in der AZ vom 16.09.2021: Der Bundestag ist viel zu groß, es braucht eine Reform

935 Abgeordnete im Bundestag? Diese Szenarien drohen nach der Wahl (AZ vom 14.09.2021)

Ursache für den XXL-Bundestag ist die Blockadehaltung der CDU/CSU bei der Wahlrechtsreform (SPON 20.09.2021)